Ausstellung Kreisgalerie im Schloß Messkirch

Angela M. Flaig angela

So, 20. Januar 2013 bis Mo, 1. April
Freitag bis Sonntag, sowie Feiertage jeweils von 13-17 Uhr
Werke von Karolin Bräg, Angela M. Flaig und Sr. M. Pietra Löbl OSF

Meditative und existenzielle Befragung von Welt und Kunst

Ausstellung „Spuren der Stille“ zeigt Werke von drei Künstlerinnen

Bis 1. April sind Arbeiten der drei Künstlerinnen Karolin Bräg, München, Angela M. Flaig, Rottweil, sowie Sr. M. Pietra Löbl OSF, Kloster Sießen, zu sehen, die bei aller Unterschiedlichkeit des bildnerischen Ausdrucks und der verwendeten Materialien und Texturen eine meditative und existenzielle Befragung von Welt und Kunst verbindet. Nach der Begrüßung durch Landrat Dirk Gaerte wird die Kuratorin und Kunsthistorikerin Dr. Ilonka Czerny in die Ausstellung einführen. Für die musikalische Begleitung der Vernissage sorgt Dr. Jim Franklin mit Musik auf der Shakuhachi, der traditionellen japanischen Bambusflöte. Die Ausstellung ist bis 1. April jeweils von Freitag bis Sonntag sowie feiertags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Im Begleitprogramm wird am Sonntag, 17. Februar, 15 Uhr, eine Sonderführung unter der Leitung von Ilonka Czerny und am Sonntag, 3. März, 15 Uhr, ein Galeriegespräch zur Ausstellung mit den drei Künstlerinnen sowie der Kuratorin angeboten.

Spuren der Stille sind – wie die Bedeutung sagt – zumindest vermeintlich ganz leise. Aber wie leise ist Stille? Wie leise sind Spuren der Stille? Kann Stille auch laut sein? Grundsätzlich kann Stille befreiend, aber auch beklemmend wirken, je nach Befindlichkeit. Die Künstlerinnen Karolin Bräg, Angela M. Flaig und M. Pietra Löbl besitzen die Fähigkeit, mit ihren Werken Spuren der Stille zu erzeugen; es liegt am Rezipient, wie er damit umgeht.

Karolin Bräg widmet sich in ihren Arbeiten den subtilen Themenkomplexen Trauer, Tod, Zeit und Ewigkeit. Diese herausfordernde Motivwahl berührt die Existenz des menschlichen Seins. Meist arbeitet die Künstlerin mit Sprache; im Dialog befragt sie Menschen über ihre persönlichen Ansichten zu einer von ihr gestellten Frage. Aus den intimen Gesprächen filtert sie einzelne Satzfragmente und fügt diese verbalisierten Gedanken in ihren Werken zusammen. Die auf Bildträgern aufgebrachten Blütensamen von Angela M. Flaig verdeutlichen die Fragilität von Natur. An den Wänden wirken die Naturbilder wie in einem zur Schau gestellten Herbarium, in dem die Natur studiert werden kann. Wer weiß schon wie Distelsamen, Weidenröschensamen oder Artischockensamen aussehen? Flaigs Intention ist die Wahrnehmung von Natur, um die Schönheit der Pflanzen und die Ordnung der scheinbaren Unordnung der Flora zu sehen. Die Franziskanerin Sr. M. Pietra Löbl fertigt nicht nur in ihrer Kunst dezidiert die Spuren der Stille; sie lebt sie auch bewusst, ganz konkret in ihrem Ordensleben im Kloster Sießen. Die Werke Löbls sind kontemplativ: ob sie das symbolträchtige Element Wasser nutzt, es auf Papier tropfen lässt und es im Trockenzustand Rückstände der diversen Gewässer zeigt, einen See ein Jahr lang täglich fotografiert oder lapidar Struktur von textiler Materialität und stofflicher Qualität sichtbar macht – stets wird eine Konzentration auf das Wesentliche erzielt: das existentielle Thema der Transformation.

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